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Die nicht ganz so ernstgemeinte Westside Historie



W ir schreiben in etwa das Jahr 1990 (so ganz konnte das keiner mehr rekonstruieren), an einem lauen Sommertag trafen sich einst in Heppenheims Westen ein paar junge angehende Hobbyfussballspieler. die Lieblingsfilme der ersten Westside Protagonisten waren damals noch Rocky, Rambo und Top Secret oder so ähnlich, aber alle hatten sie eine Vision: den Hobbyfussball in Heppenheims Westen salonfähig zu machen. Nach einigen anfänglichen Versuchen den Feierabendfußball zu pflegen, mit Teamnamen wie: FC Allesfuck (inklusive Stinkefingertrikots), wurde Ende der 80ziger im Zuge der allgemeinen Wende, der Name Westside Heppenheim zum Markenzeichen einiger Bewohner des Westens.

Aller Anfang war schwer und so reiste man am Anfang in der Regel immer zum Spielen in die Fremde. Die erste Station auf der Suche nach dem optimalen Platz war der Rasenplatz an der Bensheimer Weststadthalle. Ausgestattet mit „eigentlich“ unkaputtbaren Metalltoren und einem im ersten Jahr noch intakten Rasen, trafen sich dort die ersten Westsider. Allerdings kamen in den ersten Jahren meist nicht mehr als acht bis zwölf Spieler und so musste man meist auf dahergelaufenes Material zurückgreifen. Manchmal, so erzählen sich noch die alten Haudegen kamen ganze Mannschaften zustande und man konnte richtig Fussball spielen. Ganz schnell gabs auch ein paar Mark für die Vereinskasse und das obwohl nur ein Spieler an einem sonnigen Samstag sich das Jochbein hat brechen lassen.

Naja, mit diesem Geld konnte es sich der Verein bereits leisten auf zwei Spielstätten zurückzugreifen. So wurde auf dem Hartgummiplatz in Zwingenberg Fussball auf engstem Raum zelebriert. Noch dazu trainierte man bei höherer Spielbeteiligung auf dem Rasenplatz in Bürstadt. Dort musste man sich jedoch vor Spielbeginn erst mal mit den einheimischen Anfreunden, was gar nicht so einfach war. Auf die Frage: „wollt ihr gegen uns spielen ?“ kam meist ein trockenes: „Nein“. Aber wir ließen uns dennoch nicht unterbuttern. Und so begnügte man sich dann auch mit einem lauen sechs gegen sechs Kick oder wenn es hart auf hart kam wurde auch bei Schneeregen auf ein Tor gespielt (Otto war dagegen verpöhnt).

Das es so nicht weitergehen konnte war also klar. Um abtrünnige Westsider bei der Stange zu halten beschloss die damalige Vereinsführung ein Satz Trikots zu organisieren, gesponsert von einem lokalen Pizzaheimservice Von da an waren auch die Vereinsfarben unübersehbar: Knallorange mit schwarzen Hot Pants, welche manch einer heute noch auf Turnieren sein eigen nennt. Derartig ausgestattet meldeten sich die mutigen Westsider auf einigen Turnieren an, um anderen Mannschaften die Vereinsfarben zu präsentieren. Die Präsentation war damals noch Hauptgrund zur Anmeldung auf diversen Turnieren, leider blieb es auch meistens dabei. Denn spielerisch bewegte man sich zwischen Abwehrchaos, Chancentod und Selbstzerfleischung. Das schöne an dieser Tatsache war, das das Publikum meist auf unserer Seite war. Angetrieben durch das Publikum erspielte sich die junge Truppe somit auch die ersten Siege.

Die Trainingsspielstätte wurde nach und nach wieder nach Heppenheim verlegt und somit konnten auch einige Spieler wieder dazugewonnen werden. Im Heppenheimer Stadion fiel dann auch der Startschuss zu einer in dieser Form noch nie dagewesenen Spieleranwerbung. Die Spielzeit wurde auf zwei Uhr festgelegt und eine Winterpause wurde eingeführt. Mit diesen Rahmenbedingungen konnte man sich also darauf verlassen, dass samstags mittags zwei Mannschaften zustande kamen, auch wenn der Platz lediglich die Kategorie: debakel erreichte. Gretchen war nur marginal möglich, Blutgretchen gingen aber auch in der Mitte. Man konnte sich also nach Herzenslust auf dem Platz verletzen und so wurde die Gunst der Stunde genutzt und nach einem Gastspiel auf dem Rasenplatz der Psychiatrie in Heppenheim gegen die Jungs von Bottschlorum stand fest: Das wird UNSER Stadion. Bottschlorum war auch in den nächsten Wochen gerne dazu bereit gegen uns zu spielen, da beide Mannschaften nicht über genug Spielermaterial verfügen konnte, um sich untereinander zu messen. Ab jetzt konnte keiner mehr den Westside Express stoppen. Bottschlorum war sich anfangs gar nicht bewusst was sie da taten. Begeistert von den Platzverhältnissen und dem zur Verfügung stehenden Spielermaterial begannen wir nach und nach die Hobbykicker vom Karnevalsverein zu unterwandern. Nach nur zwei Saisons hatten wir uns den Schlüssel für Tore und Netze erspielt und den Platz unter unsere Obhut genommen. Spieler wurden Nach und Nach angeheuert, uneigennützig brachte jeder mal willige ehemalige C und D Jugendspieler mit und damit war es meist auch um sie geschehen, denn dieser Anziehungskraft aus Fussball und Wahnsinn konnte kaum einer widerstehen. Einmal auf dem Platz und fast jeder reifte zum Stammspieler der Westside heran. Der halbe Mond wurde nach und nach zum Schauplatz der dritten Halbzeit und so manche taktische Nachbetrachtung des Spieltags wurde dort noch mal zelebriert. Mann feierte sich selbst und konnte den anderen noch mal so richtig einschenken.

So haben bis zum heutigen Tag bestimmt schon 40 verschiedene Spieler die Westside Arena betreten. Der harte Kern von früher spielt jetzt schon über 10 Jahre zusammen und diese Tatsache nutzte man 2001, um den ersten Turniersieg nach Hause zu tragen.

Heute besteht die Spielgemeinschaft der Westside aus Heppenheim aus bis zu dreißig Spieler von denen zwar immer ein paar fehlen, aber die Traumquote von zweiundzwanzig Spielern wird immer öfter erreicht, sodass man dieses Jahr davon ausgehen muss das an einem sonnigen Samstag durchaus mal über 25 Spieler auf dem Platz stehen und man schon mit drei Teams antreten kann. Von solchen Luxusproblemen können viele Hobbymannschaften nur träumen und somit kann man ohne Übertreibung behaupten: Westside Heppenheim ist wahrscheinlich einer der größten Hobbyvereine in der Region. Die Kirche steht samstags auf dem Platz und es gibt nur eine Religion in diesen Stunden: WESTSIDE HEPPENHEIM. (Ich weiß, biscken Dick aufgetragen aber is es net so…..!!!)


Also dann, bis Samstag um zwei.


Heya Westside!



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